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Hustenlöser oder Hustenstiller – was ist medizinisch sinnvoll?

Husten ist zunächst ein Schutzmechanismus des Körpers. Deshalb sollte er nicht automatisch unterdrückt werden.

Bei produktivem Husten wird Sekret aus den Atemwegen befördert. Hustenlöser können dabei je nach Situation eingesetzt werden. Bei trockenem Reizhusten fehlt dieses Sekret weitgehend; insbesondere ein ausgeprägter nächtlicher Hustenreiz kann dann sehr belastend sein. Hier können Hustenstiller unter bestimmten Voraussetzungen infrage kommen.

Wichtig ist, beide Prinzipien nicht miteinander zu verwechseln. Wer Sekret löst und gleichzeitig den Hustenreflex unterdrückt, verfolgt zwei unterschiedliche Behandlungsziele. Eine Kombination sollte deshalb nicht einfach auf eigene Faust erfolgen.

Auch die Ursache muss berücksichtigt werden. Nicht jeder trockene Husten ist eine Erkältung. Asthma, Reflux, andere Atemwegserkrankungen und sogar bestimmte Medikamente können Husten auslösen. Ein bekanntes Beispiel sind ACE-Hemmer. Verordnete Arzneimittel sollten deshalb keinesfalls eigenständig abgesetzt werden.

Bei Atemnot, Brustschmerzen, Blut im Auswurf, hohem oder anhaltendem Fieber, deutlich reduziertem Allgemeinzustand oder ungewöhnlich lang anhaltendem Husten ist eine medizinische Abklärung wichtig.

Dr. Gabriele Wöhnke: „Entscheidend ist nicht, den Husten möglichst schnell abzustellen, sondern zunächst zu verstehen, welche Art von Husten vorliegt und was ihn verursacht.“

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